Ein Porträt des Künstlers als Toter

costumes and stage
2018

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Die persönliche Geschichte des Schauspielers Daniele Pintaudi beginnt mit einem Gerichtsverfahren wegen einer Wohnung in Argentinien, die ein Verwandter von ihm 1978 erworben hatte. Die während der Militärdiktatur enteignete Wohnung gehörte einst Franco Bridarolli, einem jungen Komponisten, dessen Familie jetzt die Rückgabe fordert. Um an dem Verfahren mitzuwirken, aber auch um für ein Theaterprojekt zu recherchieren, reisen Pintaudi und der Autor Davide Carnevali 2015 nach Argentinien. Dort stellt sich heraus, dass Bridarolli zum Zeitpunkt seines Verschwindens an den Kompositionen eines deutschen Juden arbeitete, der seinerseits während des Nationalsozialismus in Deutschland verschwand. Kurioserweise ähneln sich sowohl die Biografien als auch die – hier erstmals öffentlich aufgeführten – Werke der beiden Komponisten in vielen Punkten. Auch ihr Verschwinden weist gewisse Analogien auf.

Das Projekt kreist um die Abwesenheit des Körpers des desaparecido, des verschwundenen Menschen, und dessen Schicksal - Deportation, Gefangenschaft und Tod - ungewiss bleibt. Wie kann man der Person, die zum Schweigen gebracht wurde, die Stimme wiedergeben? Wie kann man die Kunst dem Künstler, dessen künstlerischer Ausdruck verboten wurde, zurückgeben? Und vor allem: Wie kann man den verschwundenen Körper wieder ans Licht bringen?


Ein Porträt des Künstlers als Toter

world premiere: 3 June 2018, Münchener Biennale / Schwere Reiter
Berlin premiere: 28 June 2018, Staatsoper Infektion 2018!

composition:
Franco Bridarolli

text and direction:
Davide Carnevali

German translation:
Sabine Heymann

stage and costumes:
Charlotte Pistorius

light design:
Irene Selka

dramaturgy:
Roman Reeger

assistance:
Anna Crespo Palomar

with:
Daniele Pintaudi